Projektübersicht

Studie zur Erstellung eines Registers des Liver Cancer Center Heidelberg (LCCH-Register)

Forschung - Medizinische Daten
Schlagwörter:

Hepatobiliäre Tumore, Posttraumatischer Krankheitsverlauf, Verbesserung der Patientenversorgung, Gallenblase, Leber, intrahepatische Gallengänge, prospektiv

Fachrichtung:

Hämatologie und internistische Onkologie

Diagnosen:

Leberzellkarzinom, Cholangiokarzinom,
ICD-10: C22, C23, C24

Prozeduren:

-

Projektziel

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines LCCH-Registers für die standardisierte Befunderhebung zur systematischen Erfassung von Langzeitdaten (retrospektiv und prospektiv) von Patienten mit Tumoren des hepatobiliären Systems. Das LCCH-Register soll Ärzte dabei unterstützen, z. B. diejenigen Patienten zu identifizieren, die an klinischen Studien teilnehmen könnten, sowie klinische, pathologische und molekulare Parameter bei Tumoren des hepatobiliären Systems zu erfassen und auswertbar zu machen. Dieser effizientere interdisziplinäre Informationsfluss wird dazu beitragen, die Patientenversorgung langfristig zu verbessern.

Für dieses Projekt werden die folgenden Ziele angestrebt:

  1. Ermittlung eines erweiterten Standarddatensatzes für Patienten mit Tumoren des hepatobiliären Systems
  2. Bereitstellung einer strukturierten Erfassungsmethode für die Befunderhebung
  3. Strukturierung und Sammlung von retrospektiven und prospektiven Versorgungsdaten von Patienten mit Tumoren des hepatobiliären Systems in einem Register
  4. Bereitstellung der gesammelten Versorgungsdaten für Langzeit-Forschung/ Entwicklung neuer Untersuchungsfragen

Projektbeschreibung

Im LCCH-Register werden medizinische Informationen von allen Patienten mit Tumoren des hepatobiliären Systems, die sich im Liver Cancer Center Heidelberg vorstellen, systematisch erfasst. Dazu gehören Patienten mit der Diagnose Leberkrebs (Leberzellkarzinom) und Gallengangkrebs (Cholangiokarzinom). Erhoben werden klinisch relevante Daten zu der jeweiligen Diagnose, zu durchgeführten Therapiemaßnahmen sowie zum posttherapeutischen Krankheitsverlauf. Das LCCH-Register stellt damit die notwendige Datengrundlage zur stetigen Verbesserung der Patientenversorgung bereit.

Projektdetails

Im Liver Cancer Center Heidelberg (LCCH) werden Patienten mit primären Tumoren des hepatobiliären Systems interdisziplinär diagnostiziert und basierend auf interdisziplinären Tumorboardbeschlüssen therapiert. Hierbei erfolgt eine über das in Leitlinien definierte Mindestmaß hinausgehende Diagnostik und es werden verschiedene Therapieoptionen angeboten, die weit über das Repertoire eines zertifizierten Lebertumorzentrums hinausgehen. Durch dieses umfassende Konzept können Patienten mit hepatobiliären Tumoren über den gesamten Verlauf ihrer Erkrankung interdisziplinär, patientenorientiert und individuell behandelt und der Verlauf dokumentiert werden.

Die Erhebung und Verarbeitung von Gesundheitsdaten ist nicht nur Voraussetzung für die medizinische Versorgung, sondern auch für das weitreichende Patientenmanagement. Die erforderlichen Daten werden derzeit zu einem großen Teil elektronisch in diversen Anwendungssystemen in unterschiedlichen Formaten erfasst. Ein Austausch und Abgleich zwischen diesen Systemen ist nicht etabliert, so dass Redundanzen und Inkonsistenzen erheblichen Einfluss auf die Datenqualität haben. Derart unstrukturiertes Datenmaterial lässt sich nur eingeschränkt für interdisziplinäre Auswertungen nutzen.

Zur Optimierung der Versorgung und der Therapie des Leberzell- und Cholangiokarzinoms vor dem Hintergrund der aktuellen Behandlungsempfehlungen sollen im Rahmen eines retro- und prospektiven Registers alle Patienten mit primären Malignomen des hepatobiliären Systems erfasst werden, die in den im Liver Cancer Center Heidelberg zusammengeschlossenen Kliniken/Abteilungen behandelt werden. Hierbei sollen Erkrankungs- und Therapieverlauf, medizinische und wissenschaftliche Befunde, eventuelle Nebenwirkungen und der klinische Erfolg der Behandlung im Verlauf standardisiert dokumentiert werden. Durch Analyse von besser strukturierten und standardisierten Daten können Optimierungspotentiale evaluiert werden und durch effizienteren interdisziplinären Informationsfluss, z. B. durch die Entwicklung von Assistenzsystemen, kann die Patientenversorgung langfristig verbessert werden.

Die geltenden Bestimmungen des Datenschutzes werden beachtet. Nachteile für die Allgemeinheit oder die Familien der Patienten sind nicht zu erkennen.


Projektfortschritt
Projektstatus: gestartet
33%
Start:

21.04.2020

Abschluss:

Keine Angabe; spätestens 30 Jahre nach Einwilligungsdatum

Verantwortliche/r Wissenschaftler/in

Dr. Aurelie Tomczak

Prof. Dr. Dr. Christoph Springfeld

Projektpartner

Universitätsklinikum Heidelberg

UKHD
Beteiligte Datengeber

Universitätsklinikum Heidelberg

UKHD
Finanzierung

Haushaltsmittel des Universitätsklinikums Heidelberg